[ Downloaded from http://www.spookyweb.de/pretender ] Autor : Mandy Stähr Vorwort : Dies ist meine erste Fanfiction, also nicht böse sein, wenn ein paar Fehler drin sind. Feedback und Kritik sind natürlich erwünscht. Disclaimer: Die Rechte an der Serie Pretender und die in ihr vorkommenden Personen gehören NBC und TNT. Ich habe keine finanziellen Interessen an dieser Story. Dies ist eine kostenlose FanFiction-Story von Fans für Fans. Personen: Jarod, Miss Parker, Sydney, Broots, Mr. Raines, Mr. Lyle, Angelo Story: Meine Idee, wie es nach IotH weiter gehen könnte. **** Die Zeit der Abrechnung **** Jarods Wohnung Es war kurz nach Mittag. Jarod hatte gerade etwas gegessen. Jetzt lag er auf dem Bett, in seiner vorrübergehenden Wohnung. Seine Wohnung war provisorisch eingerichtet. Es stand ein Tisch mit zwei Stühlen, eine Küchenzeile, ein Schrank und ein Bett drin und ein Bad gab es natürlich auch. Er starrte an die Decke und dachte über das nach, was ca. 6 Wochen schon zurück lag. Er dachte an Carthis, an die angebliche Prophezeiung, der Fast - Absturz des Flugzeugs. Jarod gingen viele Fragen durch den Kopf: War die Prophezeiung echt? Was stand eigentlich drin? Was wäre, wenn ich den Absturz nicht überlebt hätte? Was, wenn ihn Miss Parker nicht überlebt hätte, aber ich? Werde ich meine ganze Familie endlich finden? Er dachte auch an den einen ganz bestimmten Abend, als er und Miss Parker sich ziemlich nahe gekommen waren und sich beinah geküsst hätten. Doch irgendwie hatten beide einen Rückzieher gemacht. “Warum passieren immer mir solche Dinge?”, sagte Jarod zu sich laut. The Centre Miss Parkers Büro Miss Parker saß an ihrem Schreibtisch und tippte irgendetwas in ihrem Computer. Die Geschehnisse auf dieser Insel haben auch sie nicht unberührt gelassen. Kurz bevor sie ins Centre zurück flogen, erfuhr Parker auch noch von Sydney, dass ihr Daddy, Mr. Parker, nicht ihr Dad, sondern ihr Onkel sei. Ihr eigentlicher Vater sei Mr. Raines. Miss Parker versuchte es zu verdrängen, aber es gelang ihr nicht. Selbst wenn sie heute noch an diese Worte denkt oder diesen Glatzkopf sieht, muss sie sich fast übergeben. Parker war in ihren Gedanken versunken, als plötzlich schwungvoll die Tür aufgestoßen wurde. Mr. Lyle trat mit Mr. Raines und seiner quietschenden Sauerstoffflasche ein. “Diese beiden Schwingflügel nennt man Türen, an denen man bekanntlich anklopft!”, fuhr Miss Parker die beiden eiskalt an, dass einem ein kalter Schauer über den Rücken laufen könnte. Beide überhörten die Bemerkung. Raines holte tief Luft und fing an: “Miss Parker, das Triumvirat hat Untersuchungen angestellt und will sie sehen!”. Parkers Herz rutschte eine Etage tiefer. Was wollte denn das Triumvirat schon wieder? “Tja, Schwesterherz, jetzt geht’s dir an den Kragen. Und glaub mir, so schnell kommst du da nicht wieder raus!”, sagte Lyle mit einer Mischung aus Schadenfreude, Überheblichkeit und Hochmut. Parker versuchte ruhig zu bleiben und fragte so gelassen, wie es nur ging: “Lyle, das Triumvirat hat doch immer irgendwas. Wer hat das angeordnet?” “Wir!”, antworteten Lyle und Raines gleichzeitig. “Das Triumvirat will sie in 15 Minuten im Tower sehen, und zwar am T - Tisch!”, befahl Raines, “Also bis gleich.”. Beide gingen ebenso schnell wieder raus, wie sie auch reinkamen. Parker war geschockt. Eine Untersuchung? Ein Verhör am T - Tisch? Das konnte nichts gutes bedeuten. Das letzte Mal als sie dort saß und verhört wurde, dauerte es 7 Stunden. Zuvor wurden sie, Sydney und Broots mitten in der Nacht ins Centre gebracht und zusammen in einen Nebenraum eingesperrt. Auch die beiden wurden verhört. Jedoch war es bei allen dreien ohne Erfolg. Nach mehreren Stunden konnten sie endlich gehen. Ob es diesmal auch so ist? Parker zweifelte. Sie konnte nur hoffen und beten. Wenn das Triumvirat stichhaltige Beweise hatte, würde es nicht so leicht werden, da wieder raus zu kommen, vor allem lebend. The Centre Lüftungsschacht Angelo hatte das ganze Gespräch mitbekommen. Er fühlte, dass Gefahr für Miss Parker drohte. Er ging in Sydneys Büro, denn er war gerade nicht da und schickte eine E - Mail an Jarod. In dieser E - Mail standen nur diese Worte drin: Miss Parker wurde von Raines und Lyle vor das Triumvirat gestellt! Jarods Wohnung Jarod versuchte gerade etwas zu schlafen, als sein Laptop ein “Sie haben Post” - Signal von sich gab. Er stand auf und ging zu dem Tisch, auf dem sein Laptop stand. Er öffnete die Mail von Angelo und im ersten Moment dachte er sich nichts dabei, als er sie las. Miss Parker stand ja schon mal vor dem Triumvirat. Trotzdem war es diesmal irgendwie anders, denn sie war allein. Angelo hatte nur geschrieben, das Miss Parker vor das Triumvirat gestellt wird. Was war mit Sydney und Broots? Wenn es um ihn ginge, dann müssten die beiden ja auch mit beteiligt sein. Oder hatte Miss Parker irgendetwas unüberlegtes begangen? Dieses unbehagliche Gefühl, wurde einfach nicht besser. Es war vielleicht dieses mal wirklich ernst. Also machte Jarod sich auf den Weg nach Blue Cove, um heraus zu bekommen, was wirklich los war. The Centre In den Gängen des Centers Parker wusste nicht was sie sagen sollte. Sie wusste noch nicht mal, was das Centre überhaupt von ihr wollte. Auch sie stellte sich die Frage, wo Broots und Sydney waren. Sydney hatte sie vor einer halben Stunde noch gesehen. Broots den ganzen Tag noch nicht. The Centre Im T - Tisch Raum Als Miss Parker in den Raum trat, war das ganze Triumvirat schon versammelt. Am T - Tisch saßen Mr. Raines, Mr. Matumbo, Mr. Cox und Mr. Lyle. Nachdem Lyle Raines den Loyalitätsbeweis erbracht hatte (Er hatte Raines’ amputierten Daumen wiedergegeben.), wurde er von Raines ins Triumvirat gestellt. Der Rest saß, wie immer, in irgendwelchen Kabinen und hörte zu. Raines fing an zu reden: “Setzen sie sich Miss Parker! Können sie sich vorstellen, warum sie hier sind?” Seine Stimme war eiskalt und bei jedem Atemzug hörte man einen pfeifenden Ton. “Auf Rätsel raten hab ich keine Lust!“, sagte sie mit einem höhnischen Lächeln, “Außerdem stehe ich lieber.”. “Setzen Sie sich sofort hin!”, sagte Matumbo mit einem drohenden Blick. Er war so zu sagen der Oberboss von allen Centern der Welt. “Ihnen wird das Lachen schon noch vergehen!”, mischte sich Cox ein. Mr. Cox ist auch nicht viel besser, als Lyle. Beide sind eiskalte Killer. Miss Parker blieb keine andere Wahl, als sich auf den Stuhl zu setzen. “Sie sind wegen Jarod hier. Sie hatten sehr viele Chancen, ihn wieder ins Centre zurück zu bringen. Statt dessen verbringen sie ihre Zeit mit dieser Laborratte auf einer Insel und jagen Hirngespinsten nach!”, Raines’ Stimme wurde immer lauter und abwertender. “Erstens jage ich keinen Hirngespinsten nach, sondern versuche den Tod meiner Mutter aufzuklären und zweitens konnte ich nicht wissen, dass Jarod auch auf dieser Insel war!” ...und drittens ist Jarod keine Laborratte, sondern einer der ehrlichsten Menschen, die ich überhaupt kenne - führte sie in ihren Gedanken weiter. Sie versuchte die aufkommende Angst, Panik und Wut zu unterdrücken und gelassen zu wirken. “Sie haben trotzdem mit ihm zusammen gearbeitet.”, konterte Raines, der jetzige Leiter des Centers in Blue Cove, mit einem noch schärferen Ton. “Ich hatte keine Wahl. Es war Unwetterwarnung. Es zog ein heftiger Sturm auf und das letzte Schiff hatten wir verpasst!”, Parker war außer sich. Er stellte ihr eine Beziehung zu Jarod unter. Okay, sie war mit ihm diese Allianz eingegangen und es gab auch diesen einen Abend, an dem sie sich beide beinahe geküsst hätten, aber dennoch hatten sie nie etwas mit einander. Obwohl sie es sich wünschte. Drei weitere Stunden vergingen. Immer wurden die selben Fragen gestellt. Parker antwortete immer das gleiche. Sie war fast schon mit ihren Nerven fertig. Jetzt fühlte sie wieder das Verlangen nach einer Zigarette oder einen Wodka. Mit dem Rauchen hatte sie schon seit vier Jahren aufgehört. Nach ihrem geplatzten Magengeschwür sagte sie auch dem Alkohol vollkommen ab. Nach einer weiteren Stunde schniefte Raines, zeigte auf zwei Sweaper und befahl: “Führt sie in SL6. Ich werde später nach ihr schauen.” Es hatte im Moment keinen Sinn weitere Fragen zu stellen. Er gab ihr erst mal eine kleine Lektion. Miss Parker weigerte sich und schrie: “Lasst mich in Ruhe! Lasst mich los!”. Aber selbst sie hatte keine Chance gegen zwei muskelprotzige Sweaper. “Tja, diesmal hilft ihnen auch nicht ihr Dad, Miss Parker!”, schrie Cox ihr hinter her. Lyle stand einfach nur da. Selbst er konnte nicht glauben, was da gerade geschehen ist. Er konnte seine Zwillingsschwester zwar noch nie richtig leiden, aber sie waren immerhin miteinander verwandt. Selbst Parker hatte das nicht verdient und sie wussten noch nicht mal, was wirklich auf dieser Insel ablief. The Centre SL 6 Die zwei Sweaper brachten Parker in einen dunklen Raum. In dem Raum standen ein Bett, ein kleiner Tisch, ein Stuhl und eine Toilette. Der Raum hatte keine Fenster und glich einer Gefängniszelle. Dennoch kam dieser Raum ihr sehr bekannt vor. Miss Parker erinnerte sich zurück an ihre Kindheit. Damals war sie acht Jahre alt und oft hier unten. Ihr Dad hatte es ihr zwar verboten, aber daraus machte sie sich nichts. Hier lernte sie Jarod kennen, Jarod und sie spielten, trotz des Verbotes, miteinander und konnten sich alles sagen. Über all die Jahre hinweg, hatten die beiden ihren ganz eigenen Spaß, bis Miss Parker auf ‘s College ging . In einen der Räumen hatte Parker Jarod sogar mal geküsst. Es war nur ein kleiner kurzer Kuss, aber für beide war er von großer Bedeutung. Plötzlich bemerkte sie, dass es das selbe Zimmer war, in dem auch Jarod festgehalten wurde. Ihr war es kalt und sie sehnte sich nach ein schönes heißes Bad und nach ihren eigenem Bett. Und dann war da auch wieder ihre innere Stimme, die ihr sagte, dass sie in Gefahr sei. Blue Cove Irgendwo auf der Straße Währenddessen ist Jarod schon in Blue Cove angekommen. Mittlerweile war es schon abends. In dieser Nacht war es Vollmond. Jarod schaute in den Himmel. Überall waren Sterne zu sehen und er war der einzigste auf der Straße. Er überlegte, wie es nun weitergehen sollte und beschloss erst mal Sydney anzurufen. Er wählte seine Nummer und Sydney meldete sich. Er saß noch in seinem Büro und sortierte Akten. Jarod fiel gleich mit der Tür ins Haus: “Was ist mit Miss Parker?” “Was soll mit ihr sein?”, antwortete Sydney ziemlich unsicher. “Sie steht vor dem Triumvirat!” “Was? Davon weiß ich nichts! Wirklich Jarod, du musste mir glauben. Ich hätte sie nie allein gelassen. Ich musste Catherine das Versprechen geben, dass wenn ihr was passieren würde, ich auf ihrer Tochter aufpasse und sie beschütze.”, Sydney war schockiert, “Außerdem sah ich sie doch heute Mittag in ihrem Büro sitzen.” “Und später?”, hakte Jarod nach. “Tut mir Leid. Danach habe ich sie nicht mehr gesehen. Ich dachte sie hätte etwas Neues von dir.”, entgegnete ihm Sydney. “Was ist mit Broots?” “Broots war heute gar nicht da.” “Hast du eine Ahnung, warum sie das gemacht haben?”, Jarod glaubte ihm und trotzdem war er beunruhigt. Wenn nicht mal Sydney etwas wusste, dann steckte Parker wirklich in Schwierigkeiten. “Ich könnte mir vorstellen, dass es etwas mit Carthis zu tun haben könnte. Aber es ist nur eine Vermutung, Jarod! ... Jarod?”, Sydney schaute auf den Hörer, wie schon so oft hatte Jarod wieder plötzlich aufgelegt, ohne sich zu verabschieden. The Centre SL 6 Miss Parker konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Sie wusste nicht was noch kommen würde und sie wollte es auch nicht wissen. Sie fragte sich: ,Wie viele Tage werde ich hier unten noch verbringen? Was hat Raines noch mit mir vor?’. Parker war müde, erschöpft, ihr tat alles weh, sie sehnte sich nach ihren eigenem Bett und sie hatte Hunger. Sie hatte schon jegliches Zeitgefühl vergessen, denn sie konnte nicht erkennen, ob draußen die Wintersonne schien oder ob ein Schneesturm über Blue Cove ausgebrochen war. Ob der Tag schon begonnen hatte oder der Mond noch am Himmel stand. Auch Raines war nicht mehr zu ihr gekommen. Darüber war sie auch froh. Je mehr sie über ihn in Erfahrung gebracht hatte, desto mehr Egel empfand sie für ihn. Miss Parker war so in ihren Gedanken versunken, dass sie gar nicht merkte, wie die Tür aufging. Die gleichen Sweaper, wie am Vortag, traten in den Raum. “Los mitkommen! Das Triumvirat will sie noch mal sehen!”, sagte der eine in einen barschen Ton. Beide packten sie jeweils an ihren Armen und nahmen sie mit. Parker versuchte erst gar nicht sich zu wehren, weil sie schon wusste, dass es keinen Zweck hatte. Irgendwo in Blue Cove Jarod hatte diese Nacht in einem Motel verbracht. Auch er konnte nicht richtig schlafen. Im Morgengrauen entschloss er sich aufzustehen. Irgendwie musste er an Miss Parker heran kommen. Jarod wusste zwar nicht wo sie festgehalten wurde, aber er konnte sich ganz gut vorstellen, dass sie noch im Centre war. Er beschloss auf den selben Weg ins Centre zu gelangen, auf den er auch damals geflohen war. Vielleicht hatte Sydney noch etwas heraus finden können. The Centre Im T - Tisch Raum Miss Parker war nun im T - Tisch Raum. Sie musste sich wieder auf diesen kalten Stuhl setzen. Ich bin zwar müde und sehe wahrscheinlich auch so aus, aber brechen könnt ihr mich noch lange nicht!, dachte sie. Parker betrachtete die Personen. Alle saßen, wie am Vortag, auf den gleichen Plätzen, außer die vier Männer, die für sie über Leben und Tod entscheiden würden. Erst als Miss Parker saß, kamen die vier Männer, die sie verhörten, rein und setzten sich wieder auf die gleichen Plätze. Doch diesmal sprach nicht Raines, sondern Mr. Matumbo zu Miss Parker: “Guten Morgen, Miss Parker. Wie geht es ihnen?” ,Er klingt fast schon fürsorglich, aber sie wollen mich bestimmt täuschen und es muss noch sehr früh sein. Sie sehen alle irgendwie verschlafen aus.’, sagte sie zu sich selbst. “Danke, für die Nachfrage. Mir geht es gut. Der Zimmerservice könnte nur ein bisschen besser sein.”, antwortete Parker eiskalt. “Nun, wenn sie die Wahrheit sagen, können wir darüber reden. Und wenn sie ganz lieb sind, könnten wir sie vielleicht sogar gehen lassen. Aber warten wir ab, warten wir ab!”, dabei wurde Matumbos Stimme immer leiser. Ein Moment der Stille trat ein. Plötzlich wurde die Stimme von Matumbo wieder lauter und Miss Parker erschrak ein wenig. Sie hoffte aber, dass es niemand gesehen hatte. “Was wollten sie auf dieser Insel?” “Das sagte ich ihnen bereits.“, antwortete Parker knapp. “Wir wollen die Wahrheit hören! Alles! Sie wissen, dass es sonst Hochverrat wäre!”, Matumbo machte eine kurze Pause. Dann sprach er weiter: “Außerdem ist das ihre allerletzte Chance lebendig hier heraus zu kommen. Wenn sie uns die Wahrheit sagen, geben wir ihnen vielleicht auch noch eine großzügige Abfindung.” Parker überlegte. Sie hatte keine Wahl. Entweder sie sagte nichts und sie würden sie umbringen. Oder sie packt aus und sie bringen sie auch um. Aber ein Fünkchen Hoffnung war noch da. Sydney und Broots müssten doch schon längst mitbekommen haben, dass sie verschwunden ist. Und Jarod? Er hat doch bis jetzt immer hervorragend über die Centre - Aktivitäten bescheid gewusst. Wo steckten sie bloß? Ihre innere Stimme meldete sich wieder, aber diesmal machte sie ihr Mut. Miss Parker müsse kämpfen und durchhalten, dann wird alles wieder gut. Okay, ich muss es sagen. Ob ich will oder nicht. Ich habe keine andere Wahl. Auch wenn ich weiß, dass das Centre mich schon zu oft in der Vergangenheit angelogen hat., sagte sie zu sich selbst und begann zu erzählen: “Ich habe ein Foto per E - Mail geschickt bekommen. Der Absender war anonym. Das Foto zeigte meine Mom mit Jarods Mutter. Ich dachte, wenn ich dort hinfahre, werde ich noch etwas über sie herausbekommen.”, sagte sie. Das war die Wahrheit, was wollten sie mehr? “Über wem haben sie gehofft etwas heraus zu bekommen?” “Natürlich über meine Mutter!” “Ihre Mutter hatte Selbstmord in einem der Centre - Fahrstühle begangen. Das ist jedem bekannt! So stand es auch in der Obduktion, oder nicht?” Es versetzte ihr jedes mal ein Stich ins Herz, wenn sie über ihre Mutter sprach. Sie wollte zwar den plötzlichen Tod ihrer Mom aufklären, dennoch versuchte sie es, so gut es ging, zu verdrängen. “Wenn es wirklich so gewesen wäre, warum war ihre Leiche dann nicht in dem Sarg? Und warum fand ich eine DSA, wo ... wo Raines meine Mom erschoss. Neun Monate später, nach ihrem eigentlichen Todeszeitpunkt?”, jetzt war es raus. Parker wollte es eigentlich nicht sagen. Sie wollte erst noch den Grund herausfinden und dann Raines allein zur Rede stellen. Doch sie konnte es nicht mehr ändern und jetzt war sie sich erst recht nicht mehr sicher, ob sie jemals aus dieser Hölle rauskommen würde. Matumbo reagierte nicht auf das, was Miss Parker gesagt hatte. Es schien, als hätte er es gar nicht gehört. Raines Augen hingegen wurden immer größer und er spürte selbst, wie Wut in ihm hochkam. Am liebsten wäre er aufgestanden und hätte sie auf der Stelle umgebracht. Ihre Mutter hatte ihm schon einige Male einen Strich durch die Rechnung gemacht und jetzt machte dieses Flittchen dort weiter, wo ihre Mutter aufgehört hatte. ,Wie die Mutter, so die Tochter!’, versuchte er sich zu beruhigen. “Was ist dann passiert?”, er war sich sicher, das Miss Parker nicht lügen würde. Er schätzte sie so schlau ein, dass sie wusste, wo Schluss war. “Ich ging in einer Kirche oder einer Kapelle, ich weiß nicht mehr ganz genau, was es war. Nachdem ich von irgendjemand niedergeschlagen wurde, begegnete ich Jarod.” “Hat er ihnen geholfen?” “Nein, ich fand selbst wieder zu mir. Ich hörte Schritte, stand auf und sah mit gezogener Waffe nach, wer es war. Da sah ich Jarod vor mir stehen. Dann waren wieder Geräusche zu hören und wir beide gingen diesen nach.” “Was ist dann geschehen?” “Es waren Menschen, die alle in Richtung Anlegestelle liefen. Es gab eine Sturmwarnung. Die letzte Fähre fuhr ab. Wir kamen zu spät ...” “Was war mit Jarods Mutter?” “Sie war mit auf der letzten Fähre. Jarod konnte sie nur noch aus der Entfernung sehen.” Eine unheimliche Stille entstand, bevor die Luft von Matumbos kalter Stimme geschnitten wurde. “Reden sie weiter, oder muss man ihnen jedes Wort aus der Nase heraus ziehen?”, Matumbo schien genervt. Es dauerte ihm alles viel zu lange. Erst gestern die vier Stunden und heute würden sie auch nicht unter dem heraus kommen. Parker holte tief Luft, ehe sie weiter sprach: “Jarod schlug mir eine Allianz vor. Er sagte, dass wir das Gleiche wollten, nämlich die Wahrheit und alleine würden wir es auf dieser Insel nicht überleben. Ich hatte keine Wahl. Ich stimmte ein. Wir gingen zurück zu einem Kloster. Jarod erzählte mir irgendwas von einer Prophezeiung des Centers und das er auch das gleiche Foto gemailt bekam, wie ich. Absender anonym. Ich fand heraus, das mein Urgroßvater seine gesamte Familie, auf dieser Insel, tötete, nach Amerika ging und dieses Centre aufbaute. Ich fand auch die Gräber. Da es aber stark regnete, beschlossen wir erst am nächsten Tag weiter zu forschen ...” “Und in dieser Nacht, haben sie dann wohl mit dieser Laborratte gevögelt?” “Was? Nein, niemals! Ich wurde ausgebildet ihn zu hassen, ihn zu jagen und nicht ihn zu lieben!” “Reden Sie weiter!”, befahl Matumbo. Es gefiel ihm, wie Parker jedes Mal in die Luft ging, wenn er von Jarod und einer angeblichen Beziehung zwischen den beiden sprach. Er konnte es von ihren Augen ablesen und an ihrer Reaktion erkennen, dass sie mehr empfand, als nur hass. Denn man sagt, dass die Augen die Spiegel der Seele sind. “Wie gesagt, wir suchten am nächsten Tag weiter und fanden auch die Prohezeiung, dann tauchten mein Vater, Lyle und ein ganzes Sweaperteam auf. Den Rest kennen sie ja.” Parker fühlte sich wie ausgekotzt; irgendwie leer. Als stände sie nackt vor allen Leuten. Jetzt fielen ihr wieder die Bilder von ihrer Geburt ein, die sie auf der DSA sah. Sie glaubte sich übergeben zu müssen, als sie daran dachte, dass Raines Catherine Parker half, ihre Zwillinge auf die Welt zubringen. Er hatte das Allerheiligste ihrer Mom gesehen. Er hatte sie selbst angefasst. Okay, sie war damals noch ein Baby gewesen, aber trotzdem. Ihr Zwillingsbruder ist Lyle und der saß nur da und starrte sie an. Sie erfuhr aber erst vor ein paar Jahren, dass er ihr Zwilling ist. Raines teilte ihrer Mom mit, dass er tot sei. Stattdessen brachte Raines das kleine Baby in einer Klinik für Hochbegabte und künstliche Befruchtung. Man testete ihn, und auch später Miss Parker selber, Jarod, Angelo und noch vier weitere Kinder, ob sie intelligent sind. Jarod ist von Natur aus ein Pretender, also hochintelligent. Bei Angelo, damals hieß er noch Timmy, musste “nachgeholfen” werden. Aber bei Angelo ging die “Therapie” (Neurostimulation) schief. Seine Begabung kehrte sich nach innen und so ist er bis heute ein Emphat. Diesmal zeigte Matumbo nur auf einem der Sweaper. Der kam zu ihm und Matumbo flüstere diesem Sweaper etwas ins Ohr. Miss Parker versuchte genau hinzuhören, konnte aber nichts verstehen. Kurz darauf wurde sie von ihm gepackt und er schob sie ziemlich schroff in den Nebenraum, in dem sie, Sydney und Broots schon mal saßen. The Centre Nebenraum von T - Tisch “Na toll, jetzt beraten die sich auch noch.”, sagte Miss Parker laut zu sich selbst, nachdem die Tür hinter ihr ins Schloss fiel. Nach fünf Minuten schaute sie durch das Glasfenster in der Tür. Sie nickten oder schüttelten abwechselnd immer mal wieder mit ihren Köpfen, verzerrten ihre Gesichter und redeten, redeten und redeten. Das nagte am meisten an Parkers Kräften, das Warten. Irgendwo in Blue Cove Es war bereits Mittag. Vor einen Tag bekam Jarod diese Nachricht von Angelo. Er hatte beschlossen erst nachts in das Centre einzudringen. Am Tage war es zu gefährlich. Überall schlichen Sweaper herum, die bis an den Zähnen bewaffnet waren. Wenn er im Centre dann sein würde, würde er nachschauen, ob Sydney noch da sei. Vielleicht haben er und Broots noch etwas heraus bekommen. Jetzt hieß es erst mal abwarten. Er hoffte, dass es Parker gut ging und dass das Centre noch nichts unternommen hatte. Es konnte einfach nur um ihn gehen, beziehungsweise um Carthis, denn da waren sie zuletzt allein unterwegs gewesen. Jarod hatte noch sehr viel Zeit und deswegen legte er sich noch mal hin, um nachher ausgeschlafen zu sein. Danach würde er sich auf seiner Mission vorbereiten. “Halte durch Parker. Ich werde dich da raus holen!”, sagte Jarod zu sich selbst, um auch sich Hoffnung zu machen. The Centre T - Tisch Raum Miss Parkers Magen knurrte immer noch. Seit gestern hatte sie nichts mehr gegessen. Sie bekam zwar, in diesen kleinen Nebenraum, etwas Suppe, die abscheulich schmeckte, und ein Glas Wasser, aber satt wurde sie dennoch nicht. Sie musste irgendetwas zu sich nehmen. Kurz nachdem sie mit dem Essen fertig war, öffnete sich die Tür. Die zwei Sweaper holten sie wieder raus. Aber anstatt sie zum T - Tisch zu bringen, gingen sie mit ihr aus den Raum. Keiner hatte noch was gesagt. Parker spürte nur die Blicke auf sich ruhen. The Centre Neuer Flügel Nach ein paar Minuten gingen sie einen langen Gang entlang. Dieser kam ihr eigenartiger Weise bekannt vor. Sie waren nicht mehr auf SL 6, sondern im neuen Flügel. Raines ließ ihn für irgendwelche Experimente anfertigen. ,Was haben sie jetzt mit mir vor? Oh Gott, hilf mir!’, flehte Parker. Sie schlossen eine Tür auf. Die Tür war oval, sah aus wie in “Raumschiff Voyager”. Sie hatte eine runde Glasscheibe in der oberen Hälfte, durch der man hinein, aber nicht heraus schauen konnte. Hier sah es noch schlimmer aus, als auf SL 6. Es roch nach Desinfektionsmittel und alles schien steril zu sein. Miss Parker wollte erst gar nicht wissen, wer da zu letzt in diesen Bett lag. Denn das war auch das einzigste, was in dem Zimmer stand, nämlich ein Bett und dann noch irgendwelche Geräte. Die zwei Sweaper gingen aber nicht, wie beim letzten Mal, sondern schienen irgendwie zu warten. Parker traute sich nicht zu rühren. Dann ging die Tür, Parker drehte sich abrupt um und sah Raines. “Was fällt ihnen ein ...” “Sie sind nicht in der richtigen Position, um Drohungen auszusprechen! Legen sie sich auf das Bett!”, fiel Raines ihr ins Wort, aber Miss Parker dachte gar nicht daran. “Sie können mich nicht einfach hier fest halten. Früher oder später wird man sich fragen, wo ich bin!” “Meinen sie Sydney und Broots? Oh, ich glaube, die sind froh sie endlich los zu haben. Sie haben die beiden doch sowieso nur schikaniert!” ,Vielleicht hatte er recht und ich werde doch nicht vermisst.’, langsam gab Parker die Hoffnung auf. Sie wollte einfach nur noch raus, aber wie? Raines machte eine Kopfbewegung und die zwei Sweaper gingen auf Miss Parker zu. Sie drückten sie auf das Bett. Parker wehrte sich, so gut es ging, aber sie hatte keine Chance, sie war machtlos. In einem passenden Moment holte Raines eine Spritze aus seiner Tasche. Als die Sweaper Parker einigermaßen ruhig hielten, streifte er ihre Jacke hoch und stach die Spritze in ihren Arm. Miss Parker schrie auf und bevor sie einschlief, konnte sie nur noch sagen: “Was haben sie mit mir vor?” Raines und die zwei Sweaper gingen raus, Raines schloss die Tür ab und übergab den Schlüssel an die Sweaper. “Überwacht sie! Alle drei Stunden spritzt ihr 2 Milliliter. Wenn es irgendwelche Probleme gibt, lasst es mich wissen!” Mit diesen Worten verschwand Raines in den Gängen des Centers. ENDE [ Downloaded from http://www.spookyweb.de/pretender ]